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Donnerstag, 18. Februar 2016

Dichter und trotzdem schöner wohnen

Der überarbeitete Richtplan zeigt: der Kanton will seine bisherige Wachstumspolitik ungebremst fortsetzen. Die Grünen wünschen einen Paradigmenwechsel hin zu einem qualitativen Wachstum, das die Gemeinden stärkt und das der Lebensqualität der Bevölkerung in unserem Kanton mehr Beachtung schenkt.

Boden und Landschaft werden immer knapper. Grund ist die Zersiedelung. Um sie zu stoppen soll die Siedlungsentwicklung nach innen erfolgen. Eingezont und überbaut werden soll in Zukunft, wenn überhaupt, nur sehr zurückhaltend. So will es die Schweizer Bevölkerung. Sie hat dem Grundprinzip in der Abstimmung vom 3. März 2013 zugestimmt. Auch Nidwalden hat mit fast 60 Prozent der Stimmen das neue Raumplanungsgesetz angenommen. Die
Kantone sind nun gehalten, ihre Richtpläne zu überarbeiten und an die nationalen Vorgaben anzupassen. Auch der Kanton Nidwalden ging über die Bücher und hat die räumlichen Entwicklungsziele bis ins Jahr 2040 festgelegt. Die Teilrevision des Richtplans wurde kurz vor Weihnachten, am 16. Dezember für die gesetzlich vorgeschriebenen kurzen sechs Wochen bis am 13. Februar 2016 zur Mitwirkung veröffentlicht.

Haushälterischer Umgang mit dem Boden
Auch die Grünen Nidwalden haben die Vorgaben des Kantons nach ihrer Wirkung gegen die Zersiedelung geprüft. Sie kommen zu einem kritischen Resultat. Der Kanton wünscht einen Bevölkerungszuwachs bis 2030 von insgesamt
17 Prozent. Dieser Zuwachs ist sehr hoch. Er entspricht nicht dem Wunsch von vielen Gemeinden und liegt auch deutlich über dem vom Bund definierten mittleren Entwicklungsszenario. Der Kanton Nidwalden geht ausserdem von
einer sehr tiefen, und – entgegen des gegenwärtigen Trends – weiterhin sinkenden Mindestbelegung des Wohnraums aus. Das heisst konkret: Immer mehr Menschen sollen immer mehr Quadratmeter Wohnraum in Anspruch nehmen dürfen.  «Unter diesen Prämissen ist es natürlich und unausweichlich, dass sich das Siedlungsgebiet weiter ausdehnen wird», stellen die Grünen Nidwalden fest. «Ganz offensichtlich ist dem Kanton das wirtschaftliche und bevölkerungsmässige Wachstum wichtiger, als die Landschaft», so die Folgerung der Grünen Nidwalden. Eine solche Planung entspreche nicht dem nachhaltigen, haushälterischen Umgang mit dem Boden, wie es das Gesetz eigentlich will. Gegen Neueinzonungen wehren sich die Grünen Nidwalden grundsätzlich. Sie möchten, dass erst das eingezonte Bauland genutzt wird und fordern den Kanton auf, keine Neueinzonungen zu bewilligen, bevor die Frage der Mehrwertabgabe geregelt ist. Nur so würden bestehende und überdimensionierte Bauzonen massgeblich verkleinert und an Gemeinden mit reellem Bedarf abgetreten. «Solange es dieses Instrument nicht gibt, bleibt die Auszonung der überdimensionierten Bauzonen ein hehres Lippenbekenntnis.»

Qualitative Aufwertung von Wohn- und Lebensraum

Verdichtete Siedlungen bedeuten mehr Beton, mehr Asphalt und mehr Verkehr. Der Bund hat sich rechtzeitig damit beschäftigt, wie die Freiräume zwischen den Gebäuden und zwischen den Siedlungen attraktiv gestaltetwerden können. Im Fokus stehen Lösungen, die Natur in die Siedlungen bringen und zugleich Begegnungen ermöglich. Die Grünen Nidwalden fordern den Kanton dazu auf, nicht nur die Richtlinien für die Verdichtung nach innen festzulegen, sondern schnellstmöglich auch Instrumente zur Freiraumentwicklung im Richtplan festzuschreiben, die auf den guten Überlegungen des Bundes aufbauen.

Die Grünen Nidwalden stellen des Weiteren fest, dass der Richtplan der Landschaft ausserhalb der Siedlungsperimeter nicht genügend Beachtung schenkt. So etwa fehlt nach wie vor ein flächendeckendes Naherholungskonzept, das seinen Namen auch verdient. Die Grünen schlagen vor, dass der Kanton dieses Konzept grundsätzlich überarbeitet und aufzeigt, in welchen Räumen sich die Bevölkerung für die Naherholung aufhalten und treffen kann. Des Weiteren möchten sie, dass der Kanton aufzeigt, wie diese Räume für den Langsamverkehr erschlossen werden. In diesem Rahmen soll auch den Uferzonen entlang des Vierwaldstättersees stärkere Beachtung geschenkt werden.

Der Grund für eine Planung der Freiräume und der Naherholung liegt auf der Hand: Räume, wo sich Kinder, Familien, Senioren oder auch Personen mit einem körperlichen Handicap in ihrer Freizeit aufhalten können, wo sie Natur und Landschaft in unmittelbarer Umgebung ihrer Wohnung erleben können, gehört zu einem attraktiven Lebensraum.

Stärkung der Dörfer nach innen.
Der Kanton zeigt in der Teilrevision auch auf, wie er die räumliche Verteilung von Wohnen und Arbeiten über den ganzen Kanton hinweg plant. Stans soll gegenüber den anderen Gemeinden mit bis zu 19 Prozent im Jahr 2030 überproportional wachsen. Die ländlich touristischen Gemeinden wie Emmetten oder Wolfenschiessen hingegen nur um vier bis maximal neun Prozent. Die Grünen Nidwalden wünschen eine massvolle und ausgeglichene Entwicklung, insbesondere der Dörfer entlang der Hauptachse der Bahnerschliessung. Stans soll nicht zum Wasserkopf werden. Des weiteren wünschen die Grünen Nidwalden eine verstärkte Förderung von gut erschlossenen, da zentrumsnahen Entwicklungsschwerpunkten Wohnen und Arbeiten. Als Arbeitsplätze kommen vor allem Büroarbeitsplätze, zum Beispiel der kantonalen Verwaltung, in Frage. Konkret heisst dies: Öffentliche Dienstleistungen sollen in und nicht ausserhalb der Dörfer angesiedelt werden. Die Post, die Polizei, das kantonale oder kommunale Amt gehört ins Dorf und soll für die Arbeitenden wie auch für die Kunden mit dem ÖV oder zu Fuss erreichbar sein.

Kontakt: Elsbeth Flüeler: 078 687 25 78


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